Das Rosie-Projekt

Geht es euch auch so, dass ihr manchmal so gar keinen Kopf für ein Buch habt und ihr euch einfach nicht auf die Sätze konzentrieren könnt? Wenn das bei mir so ist, oder wenn ich gerade unterwegs bin, höre ich gerne auch mal ein Hörbuch. Da hab ich die Hände frei und kann nebenbei was anderes machen oder einfach entspannt auf der Couch liegen und die Augen schließen, während ich mir eine Geschichte erzählen lasse. Nur ungekürzt müssen sie sein! Gekürzte Hörbücher mag ich gar nicht, da habe ich immer das Gefühl etwas zu verpassen!

Mein erster Tipp ist das Hörbuch zu „Das Rosie-Projekt“:

Der Genetiker Don Tillman ist auf der Suche nach einer Ehefrau. Aber nicht irgendeine soll es sein, sondern eine Dame, die voll und ganz seinen Wünschen entspricht. Deshalb verfasst er einen seitenlangen Fragebogen, um all die unpünktlichen, geschminkten, rauchenden, Alkohol trinkenden und kein Fleisch essenden Frauen ohne Mathe-Gen herauszufiltern. Und dann kommt Rosie: Barkeeperin, raucht, trinkt, kommt chronisch zu spät und kann nicht rechnen – und dann auch noch Vegetarierin. Rosie ist all das, was Don nicht will. Und Rosie will Don nicht, sondern nur ihren leiblichen Vater finden. Schlimmere Voraussetzungen für eine potenzielle Beziehung kann es kaum geben, oder?

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Robert Stadlober liest dieses Hörbuch, das in seiner ungekürzten Fassung von Audible angenehm kurzweilige 8 Stunden lang ist. Dons Art ist einfach herrlich amüsant und gleichzeitig sympathisch. Er plant sein Leben bis ins kleinste Detail, sogar die Badezimmerreinigung bekommt ein vorgegebenes Zeitfenster. Und das Ehefrau-Projekt ist absolut durchgeknallt und natürlich von vornherein zum Scheitern verurteilt, aber macht auch einen Großteil des köstlichen Humors aus.

Große Hörempfehlung an alle, die auch schwierigere Figuren mögen und auf eine sehnsuchtsvolle, schmachtende Stimmung in Liebesgeschichten verzichten können.

Wer es „etwas“ länger mag, dem kann ich „Der Distelfink“ ans Herz legen. Nachdem einige meiner Bloggerkollegen das Buch in den höchsten Tönen lobten, wollte ich mir unbedingt selbst eine Meinung über das Buch der aktuellen Pulitzer-Preisträgerin bilden. Mit über 33 Stunden ist dieses Hörbuch sicherlich nichts für mal eben zwischendurch, aber die von Matthias Koeberlin hervorragend gelesene Geschichte wird niemals langweilig, im Gegenteil. Das Hörbuch erzählt die Lebensgeschichte des zu Beginn 13-jährigen Theo Decker und begleitet ihn auf seinem schwierigen und ereignisreichen Weg ins Erwachsenwerden. Mehr will ich zum Inhalt auch gar nicht sagen, den sollte man lieber selbst entdecken. Es lohnt sich :).